Worauf man bei der Höhlenvermessung achten sollte

Wer sich aufmacht, um eine Höhle nicht nur zu erforschen, sondern auch zu vermessen, muss ein paar wichtige Dinge beachten. Eine Höhlenvermessung ist nicht einfach nur die Länge, Breite und Höhe der Wände abmessen, sondern auch eine Menge Mathematik und geologisches Wissen einsetzen.

Das Problem Eisen

Wir sind es gewohnt, dass wir mit einem Kompass navigieren und er uns anzeigt, wo Norden ist. Höhlen haben eine Eigenschaft, die dem hinderlich ist: Das Gestein kann unter Umständen eine Menge Eisen enthalten, das die Kompassnadeln stören kann. Damit aber nicht genug: Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass auch die Messinstrumente und Geräte der Höhlenforscher den Kompass beeinflussen, wenn sie aus Eisen sind. Und da reichen schon ein paar Millimeter Ausschlag der Nadel, um einen großen Messfehler zu verursachen. Manche Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer der Abweichung zwischen 20 und 30 Prozent betragen kann.

Das Problem Stress

Oftmals werden Messarbeiten den jungen Studenten und Hobbyhöhlenforschern übertragen, weil diese ja ohnehin nur Zahlen, die auf einem Display stehen, in eine Liste eintragen müssen. Doch das ist in den meisten Fällen ein Trugschluss. Denn Bedienungsfehler von Geräten sind ein weiterer Grund, warum viele Höhlenpläne fehlerhaft sind. Wer noch nicht geübt ist im Höhlenklettern, wird eher unter Stress geraten. Immerhin befindet man sich in einer gefährlichen Umgebung, es ist heiß, nass, die Luft ist schlecht und es ist dunkel. Es bedarf aber höchster Konzentration, um Messgeräte ordentlich und fehlerfrei bedienen zu können.

Andere Messfehler können durch fehlerhafte Kommunikation entstehen. Es ist immer noch üblich, dass Messwerte, vor allem in schlecht zugänglichen Bereichen, anderen Mitgliedern der Gruppe zugerufen werden, vor allem wenn noch analoge Geräte im Einsatz sind. Dabei kann es zu Missverständnissen kommen, wie Zahlendrehern oder falsch verstandene Zahlen. Manchmal spielen auch die eigenen Augen dem Forscher einen Streich, vor allem wenn er oder sie Striche einer Skala ablesen muss, und nur das Licht seiner Stirnlampe hat.

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